Mittelstandsnachrichten

KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer - Die „7,00%-VST Building Technologies-Anleihe“ (Update)

In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 7,00%-Anleihe der VST Building Technologies AG mit Laufzeit bis 2024 (WKN A2R1SR) kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe nun als „durchschnittlich attraktiv“ (3 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die 2002 gegründete VST Building Technologies AG (VST AG) mit Sitz in Leopoldsdorf in der Nähe von Wien ist ein führender Anbieter von industriell vorgefertigten Bauelementen (Wände, Decken, Treppen etc.) für den großvolumigen Hochbau1, die vorwiegend im Wohnungs- und Hotelbau, aber auch zur Errichtung von Pflege- und Studentenheimen eingesetzt werden2. Das Leistungsspektrum umfasst die Projektplanung und Gebäudestatik sowie die Produktion von Verbundschalungstechnik-Elementen und deren Lieferung, Montage und Ausbetonierung direkt auf der Baustelle bis hin zu schlüsselfertigen Objekten1. Durch die Übernahme der PREMIUMVERBUND-TECHNIK Bau im Jahre 2019 hat VST für die letzten beiden Punkte einen leistungsstarken Baupartner in den Konzernverbund integriert und konnte so ihre Projektpipeline auf über 220 Mio. Euro zum 30.06.2020 stark ausweiten1, 2.

Die Gruppe agiert international, wobei Deutschland, Österreich und Schweden die Kernmärkte bilden2. Zunehmend expandiert VST aber auch in andere europäische Regionen und ist mittlerweile in Großbritannien, der Schweiz, den Beneluxländern, der Slowakei, Lettland, Großbritannien und Polen aktiv2.

Im hauseigenen Produktionswerk in der Slowakei, dem größten und modernsten Werk für vorgefertigte Verbundschalungselemente, mit einer Kapazität von jährlich 250.000 Quadratmeter VST-Wänden1, werden sämtliche tragenden Elemente eines Bauwerks mit Hilfe patentierter Technologie unter perfekten witterungsunabhängigen Bedingungen automatisiert und dennoch inklusive eingebauter Haustechnik, wie Licht und Wasser, auf Maß hergestellt2. Die vorproduzierten VST-Elemente werden dann just-in-time an die Baustelle geliefert1. Hieraus entstehen wesentlich verkürzte Bauzeiten, geringere Gesamtkosten und eine deutlich reduzierte Abhängigkeit von Arbeitskräften, was insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel und in Anbetracht der aktuellen Corona-Pandemie von Vorteil ist2. Zusätzlich bietet die VST-Technologie fortschrittliche ökologische Eigenschaften im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise, entsprechend verfügen VST-Elemente über eine Passivhaus-Zertifizierung2.

Starker Umsatzanstieg durch PREMIUMVERBUND Übernahme/ Hohe Einmaleffekte belasten das Ergebnis

Durch die Übernahme der Premiumverbund-Gruppe zum 01.07.2019 konnte VST die Umsätze 2019 signifikant auf 41,9 Mio. Euro steigern, nach 12,1 Mio. Euro im Vorjahr2. Trotz des hohes Umsatzwachstums konnten die Ertragszahlen mit dieser Entwicklung nicht mithalten: So gestaltete sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit -3,8 Mio. Euro negativ, im Vorjahr wurde hier noch ein EBITDA von 0,9 Mio. erzielt2. Das Ergebnis nach Steuern (EAT) lag mit -7,0 Mio. Euro tief im negativen Bereich2. Geschuldet war dies in erster Linie zum Teil nicht liquiditätswirksamer Einmaleffekte2, die sich unserer Berechnung nach auf 7,6 Mio. Euro summieren. So wurden aufgrund des entstandenen Covid-19 Risikos die latenten Steuern um 2,2 Mio. reduziert und ein Projekt in Weißrussland aus der Bilanz ausgebucht, da die Abnahme weiterer Werke vom Partner zurückgenommen wurde (-1,2 Mio. Euro)2, 3. Des Weiteren waren seitens der VST im Jahr 2019 Zahlungen für Schadensfälle in Höhe von 3,7 Mio. Euro fällig2, unter anderem auf Grund dieser Fälle stiegen auch die Rechts- und Beratungskosten außerordentlich auf 0,5 Mio. Euro2.

Weiterhin starkes Wachstum im aktuellen Geschäftsjahr

Im ersten Halbjahr 2020 waren diese Einmaleffekte aus den Büchern, so konnte das EBITDA mit 0,9 Mio. Euro trotz der Covid-19-Pandemie positiv gestaltet werden4. Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte eine schwarze Null (0,01 Mio. Euro)4. Basis dieses Ergebnisses war eine Betriebsleistung in den ersten sechs Monaten 2020 in Höhe von 34,5 Mio. Euro4. Der deutliche Anstieg um 28,4 Mio. Euro nach 6,1 Mio. Euro aus dem Vorjahr resultiert hierbei hauptsächlich aus dem veränderten Konsolidierungskreis nach der mehrheitlichen Übernahme der Premiumverbund zum 01.07.2019 sowie der Nitra-Gruppe zum 31.12.20194.

Auch im zweiten Halbjahr 2020 konnte die VST Gruppe ihren Wachstumspfad fortsetzen, so wurden seit dem 30.06.2020 Projekte mit insgesamt rund 39.700m² VST Wänden und 35.000m² VST Decken in Deutschland und Dänemark der Projektpipeline hinzugefügt4, 5, 6. Das Volumen der neuen Projekte liegt bei rund 44 Mio. Euro und wird zu einem Teil noch im Jahr 2020 umsatzwirksam4, 5, 6.

Nachhaltigkeitseinschätzung durch imug | rating*

Der Nachhaltigkeitsbeitrag von der VST Building Technologies AG wird als „positiv“ eingeschätzt9. Das Unternehmen verstößt nicht gegen die von der KFM Deutsche Mittelstand AG definierten Ausschlusskriterien9. Der vom Unternehmen erzielte Umsatzanteil mit Produkten/Dienstleistungen mit positiver Nachhaltigkeitswirkung für ökologisches Bauen (Verbundschalungstechnik-Elemente mit Passivhauseignung) wird auf 10-20 Prozent geschätzt9. Im Unternehmen existieren Ansätze für die Berücksichtigung von ESG-Aspekten, es fehlt jedoch an einer systematischen Umsetzung9.

7,00%-VST-Anleihe mit Laufzeit bis 2024

Die nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der VST Building Technologies AG ist mit einem Zinskupon von 7,00% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 28.06. und 28.12.) ausgestattet und hat eine Laufzeit bis zum 28.06.20247. Die Anleihe hat ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro7. Die Emittentin verpflichtet sich in den Anleihebedingungen, jährliche Gewinnausschüttungen nur dann vorzunehmen, sofern das auf Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses ermittelte Eigenkapital einen Wert von 10 Mio. Euro nicht unterschreitet und zur Einhaltung einer Eigenkapitalquote von mindestens 25%7. Anderenfalls können die Anleihegläubiger die Anleihe außerordentlich zum Nennwert kündigen7.

In den Anleihebedingungen sind keine vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin vorgesehen7. Die Mittel aus der Anleiheemission wurden und werden im Wesentlichen zur Refinanzierung der Anleihe 13/19 sowie die Mehrheits-Übernahme (51%) der PREMIUMVERBUND-TECHNIK Bau GmbH und die Ausweitung der Produktionskapazität des VST-Werks in Nitra (Slowakei) verwendet7. Die Anleihe ist am Open Market an der Börse Frankfurt notiert8.

Fazit: Durchschnittlich attraktive Bewertung

Das aktuelle positive Marktumfeld der Braubranche sowie die Einzigartigkeit der Verbundschalungsntechnik machen die VST Building Technologies AG zu einem Unternehmen mit attraktiven Wachstumsmöglichkeiten, was sich bereits jetzt in der Projektpipeline widerspiegelt. Der nahezu automatisierte Produktionsprozess erlaubt es, ressourcenschonend und zeitsparend zu arbeiten. Auf Konzernebene wurden in den letzten zwei Jahren Konsolidierungen vorgenommen und die Gruppe klarer strukturiert; dies führte aber auch zu Ergebnisanpassungen im Jahr 2019. Auf Grundlage dieser Entwicklung in Verbindung mit der Rendite von 7,26% p.a. (auf Basis des Kurses von 99,60% am 25.01.2021 an der Börse Frankfurt bei Berechnung bis zum Ende der Laufzeit am 28.06.2024) bewerten wir die 7,00%-Anleihe der VST Building Technologies AG mit Laufzeit bis 2024 (WKN A2R1SR) nun als „durchschnittlich attraktiv“ (3 von 5 möglichen Sternen).

Über dieses KFM-Barometer

Analysten: Alexander Rütz, Unternehmensanalyst und Sabine Knee, Wertpapieranalystin im Auftrag der KFM Deutsche Mittelstand AG. Erstellt am 26.01.2021, 08.10 Uhr auf Basis einer Analyse der Fundamentaldaten auf Grundlage des Jahresabschlusses 2019, des Halbjahresabschlusses 2020 und des Wertpapierprospektes vom 05.06.2019 der VST Building Technologies AG. Die Bewertung des KFM-Barometers beruht auf dem von der KFM Deutsche Mittelstand AG entwickelten Analyseverfahren KFM-Scoring, das neben den unternehmensspezifischen Bilanz-Kennzahlen auch die Eigenarten der Anleihebedingungen für verzinsliche Wertpapiere mittelständischer Unternehmen berücksichtigt.

Dieses KFM-Barometer ist eine Aktualisierung des KFM-Barometers vom 07.06.2019, in dem die Anleihe mit 3,5 von 5 möglichen Sternen eingeschätzt wurde. Alle in diesem KFM-Barometer getroffenen Aussagen beziehen sich auf den Zeitpunkt der Erstellung. Obwohl eine Aktualisierung des KFM-Barometers bezüglich der hier analysierten Anleihe grundsätzlich in den kommenden zwölf Monaten geplant ist, steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht fest, ob eine Aktualisierung im angegebenen Zeitraum oder überhaupt stattfindet.

Quellenangaben: 1Unternehmenspräsentation November 2020, 2Konzernjahresabschluss 2019, 3 Börse-Express, Interview mit Kamil Kowalewski und Bernd Ackerl vom 15.06.2020, 4Halbjahresbericht 2020, 5Pressemitteilung vom 06.10.2020, 6Pressemitteilung vom 27.10.2020, 7Wertpapierprospekt vom 05.06.2019, 8

www.comdirect.de, 9die von imug | rating erstellte qualitative Nachhaltigkeitseinschätzung ergänzt das KFM-Scoring um materielle ESG-Aspekte (Environment, Social, Governance), die Auswirkungen auf die finanzielle Performance des Emittenten haben können.

KFM-Barometer als PDF-Datei zum Download

 

 

Über die KFM Deutsche Mittelstand AG

Die KFM Deutsche Mittelstand AG mit Sitz in Düsseldorf ist Experte für Mittelstandsanleihen und Initiator des Deutschen Mittelstandanleihen FONDS (WKN A1W5T2) sowie des europäischen Mittelstandsanleihen FONDS (WKN A2PF0P). Die KFM Deutsche Mittelstand AG wurde beim Großen Preis des Mittelstandes 2016 als Preisträger für das Analyseverfahren KFM-Scoring ausgezeichnet. Für ihre anlegergerechte Transparenz- und Informationspolitik wurde die KFM Deutsche Mittelstand AG von Rödl & Partner und dem Finanzen Verlag mit dem Transparenten Bullen 2020 ausgezeichnet.

Rechtliche Hinweise und Offenlegung

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